Der Ursprung des heutigen Kriminalmuseums
geht zurück auf das Jahr 1920
Damals begannen Kriminalbeamte in Zusammenarbeit mit Beamten der Justiz und mit Unterstützung von Gerichtsmedizinern Gegenstände aus Straf- und Ermittlungsverfahren zu sammeln und diese in einer Lehrmittelsammlung (so die offizielle Bezeichnung) zusammenzufassen.
Die Lehrmittelsammlung diente fortan zu Aus- und Fortbildungszwecken für Polizei und Gendarmerie, von Staatsanwälten und Jurastudenten.
Wie so vieles Andere kam auch die Lehrmittelsammlung nicht ohne Schäden durch den 2. Weltkrieg. Viele Gegenstände wurden ganz oder teilweise zerstört, anderes Material fiel Plünderern zum Opfer.
Schon drei Jahre nach Kriegsende, 1948, war es der damalige Frankfurter Polizeipräsident Willy Klapproth, der mit der Eröffnung einer neuen Sammlung den Gedanken der Aus- und Fortbildung weiterführte.
Nach dem Umzug der Frankfurter Polizei in ihr neues Präsidium in der Adickesallee im Jahre 2003 wurde auch ein neues Konzept für die Lehrmittelsammlung verwirklicht.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei sollte die Sammlung nun nicht mehr nur Fachleuten zugänglich sein, vielmehr sollte auch die interessierte Bevölkerung Zugang erhalten. Schon oft angedacht konnte dieser Gedanke jedoch erst in dem neu bezogenen Gebäude mit seinen wesentlich besseren räumlichen Bedingungen verwirklicht werden.
Auf einer Grundfläche von rund 200 Quadratmetern und untergebracht in etwa 30 Vitrinen können die zum Teil schon historischen Exponate nunmehr besichtigt werden.
Zu sehen sind unter anderem Uniformen der Jahre seit 1900, Ausstellungsstücke wie etwa Fälscherutensilien, Diebesschürzen, Schmuggelbehältnisse und auch verbotene Gegenstände wie Stockdegen und Schießkugelschreiber. Daneben Kuriositäten wie z. B. die im Gefängnis aus Tuben gebastelten „Marmeladepistolen“ oder eine schießfähige Pistole aus Balsaholz.
Hinzu kommen bildliche Darstellungen und Exponate der bekanntesten Frankfurter Kriminalfälle seit dem 2. Weltkrieg. So der erste Raubmord nach dem Krieg im Jahre 1952, ein Banküberfall auf die „Deutsche Effekten- und Wechselbank“, in Bockenheim, die Ermordung der beiden Prostituierten Rosemarie Nitribitt 1957 und Helga Matura 1966 sowie die Raubstraftaten der „Korbmacher Bande“ im Jahre 1968, deren Kopf „Henry“ Jaeger im Zuchthaus seinen ersten Roman schrieb.
Erinnert wird auch an die gewalttätigen Auseinandersetzungen beim Bau der Startbahn 18 West, welche ihren traurigen Höhepunkt und zugleich ihr Ende mit der Tötung zweier Polizeibeamter im Jahre 1987 fanden.
Der Hammer, dass Messer und die Tatbekleidung des sogenannten „Hammermörders“, der im Jahre 1990 sechs Obdachlose erschlagen hatte, zählen ebenso zur Ausstellung wie der Fall jenes Mannes, der in den Jahren 1996 bis 1998 versuchte, die Firma Thomy um Millionen zu erpressen.
