Der Fall des Giftmörders Karl Hopf

Litfaßsäulenplakat zu Karl Hopfs Vorstellung als DegenkünstlerIm Frühjahr 1913 erschütterte eine Serie von Giftmordfällen die Mainmetropole. Der Täter, Karl Hopf, war ein berühmter Degenkünstler, der im Frankfurter Schuhmanntheater unter seinem Künstlername Athos auftrat. Seine Degennummer glich damals einer Weltsensation, und die Frankfurter konnten es kaum fassen, dass ihr Publikumsliebling ein Giftmörder sein sollte.
Karl Hopf, der stets auf großem Fuße lebte, stand im dringenden Verdacht, seine Eltern, sowie seinen unehelichen Sohn und seine 1. Ehefrau mit Arsen tödlich vergiftet zu haben, um sich auf diese Weise vorzeitig in den Besitz der Erbschaft und der abgeschlossenen Lebensversicherungssumme zu bringen.

Hopfs dritte Ehefrau Wally Hopf schloss nach seiner Heirat für seine Ehefrauen jeweils eine Lebensversicherung ab, um sich nach deren gewaltsamen Tod die Versicherungssumme zu kassieren. Dies gelang, ohne Verdacht zu erregen, bei seiner ersten Ehefrau. Hopf kassierte dabei insgesamt 80000 Mark.

Bei seiner zweiten und auch dritten Ehefrau versuchte er dies auf gleiche Weise. Doch diesmal scheiterten seine Vorhaben. Seine zweite Frau schöpfte Verdacht und hielt sich von Hopf fern. Als er es bei seiner dritten Ehefrau wieder versuchte, trat etwas ein, was er unbedingt vermeiden wollte. Der Hausarzt lieferte die schwerkranke Frau in das Frankfurter Diakonissenkrankenhaus ein. Auch dort wurden die Ärzte misstrauisch und verständigten die Polizei.
Karl Hopf Als Hopf seine Frau wieder besuchte, wurde er beim Verlassen des Krankenhauses von Kriminalbeamten überwältigt und festgenommen. Mit einer Giftampulle, die er immer bei sich trug, versuchte er sich umzubringen, was die Beamten im letzten Moment verhindern konnten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in der Heidelberger Straße in Frankfurt stieß die Kriminalpolizei auf ein regelrechtes Giftlabor mit entsprechender Fachliteratur. Geschickt hatte Hopf das Arsen mit virulenten Tuberkelbazillen vermischt. Diese hatte er sich von einem Institut in Wien besorgt. Die bei den Opfern durch das Giftgemisch hervorgerufenen Symptome ließen zunächst auf eine Choleraerkrankung und nicht auf eine Arsenvergiftung schließen. So blieb der Giftanschlag bei seiner ersten Ehefrau vorerst unentdeckt.

Bestellkarte fuer Theaterbilllets Nach der Sicherung von belastendem Beweismaterial wurde im Herbst 1913 vor dem Frankfurter Schwurgericht die Hauptverhandlung eröffnet.
Der Fall sorgte in der Bevölkerung für große Aufregung und war eine echte Sensation. Ein prominenter Künstler als Mörder sorgte für große Schlagzeilen in der Weltpresse Man sprach von einem einmaligen Verbrechen in Europa.

Um Karl Hopf die Giftmorde nachzuweisen zu können, stieß man damals noch auf große Schwierigkeiten. Es gab bis dahin immer noch kein absolut verlässliches Verfahren, Arsen im menschlichen Körper nachzuweisen. Alle bedeutenden Gerichtschemiker dieser Zeit traten in dieser Verhandlung als Sachverständige auf. Der Gerichtsaal glich zeitweise einem wissenschaftlichen Kolloquium.

Mit sehr viel Mühe gelang es schließlich, Hopf des Giftmordes an seiner ersten Frau zu überführen. Den Ausschlag hierfür gab Gerichts-Chemiker Dr. Georg Popp. Karl Hopf wurde vom Geschworenengericht zum Tode verurteilt und im Gefängnis Frankfurt-Preungesheim hingerichtet.

 

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Kurt Kraus
KMF