Wolfhard Hoffmann
(9. März 1994 bis 31. Juli 1999)

Am 9. März 1995 führte der damalige Innenminister Gerhard Böckel den 53jährigen Wolfhard Hoffmann in sein neues Amt als Polizeipräsident in Frankfurt ein.
Hoffmann war zuvor Polizeipräsident in Wiesbaden und kam wie sein Vorgänger Dr. Karlheinz Gemmer über die Polizeilaufbahn.
Der neue Behördenleiter konnte sein Amt wegen der Klage eines Mitbewerbers erst mit einer Verspätung von fünf Monaten antreten. In der Zwischenzeit wurde die Behörde von Kriminaldirektor Klaus Krumb geleitet.
Dem neuen Polizeipräsidenten ging der Ruf eines geschickten, zielstrebigen Organisators voraus. Als Präsident der Deutschen Sektion der International Police Association war er 1980 für die Durchführung des Weltkongresses zuständig, der zu einem großen Erfolg wurde und ihm im Ausland große Anerkennung einbrachte.
Als Neunzehnjähriger begann er seine Polizeilaufbahn in der Hessischen Bereitschaftspolizei. Nach seinem Aufstieg in den gehobenen und höheren Polizeidienst wurde er nach Frankfurt versetzt und fand dort Verwendung als Stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion West und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.
Sein weiterer Aufstieg vollzog sich im Hessischen Innenministerium Hier erfolgten seine Ernennung zum stellvertretenden Leiter der Schutzpolizei sowie seine spätere Berufung zum Polizeipräsidenten in Wiesbaden.
Bei seinem Amtsantritt in Frankfurt setzte er seine Schwerpunkte in die Bekämpfung der Massenkriminalität. Dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung räumte er dabei hohe Priorität ein.
Seine gezielten Maßnahmen, denen einige Umorganisationen wie z.B. Dezentralisierung und mehr Polizeipräsenz, vorausgingen, zeigten gar bald die ersten Erfolge. Durch seine aktive Mitarbeit in einigen städtischen Gremien und Arbeitskreise setzte er weitere sichtbaren Zeichen in der Kriminalitätsbekämpfung und fand damit in der Bevölkerung hohe Anerkennung. Auch bei Bürgerversammlungen setzte er sich mit den Sorgen der Menschen auseinander und versuchte, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln Abhilfe zu schaffen. Vor allem ging es Hoffmann darum, Bürgernähe herzustellen, um so das Ansehen der Polizei in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Dabei hatte er es verstanden, die nicht immer ausreichenden polizeilichen Möglichkeiten effektiv einzusetzen.
Nach einer erfolgreichen vierjährigen Amtszeit fand er nach dem Regierungswechsel in Hessen nicht mehr das Vertrauen des neuen Innenministers und wurde am 29.September 1999 ohne Angaben von weiteren Gründen in den Ruhestand versetzt. Für viele Frankfurter Bürger, und nicht nur für diese, war die Entscheidung des Ministers nicht nachvollziehbar.
Text: Kurt Kraus
Foto: Hartmut Preßler
