Fritz Scherenberg
(3. März 1904 bis 2. Mai 1911)
Die langjährige Tradition, dass frühere Landräte später in das Polizei-Metier überwechseln, wurde mit dem Landrat des Kreises Mettmann, Fritz Scherenberg, fortgesetzt. Mit seiner Amtsperiode, die nur sechs Jahre dauerte, wurde auch die Doppelfunktion der Frankfurter Polizeipräsidenten als Landräte des Landkreises Frankfurt aufgehoben, weil die restlichen Ortschaften des Landkreises in das Stadtgebiet eingemeindet wurden. Wegen der durch die Eingemeindung neu hinzugewonnenen Industrie- und Gewerbegebiete erlebte die Stadt einen immensen Zuzug und erreichte bis zu Beginn des 1. Weltkrieges eine Einwohnerzahl von über 400.000. Es war auch die Zeit, in der sich erstmals eine Kriminalität abzuzeichnen begann. Besonders spektakulär nahm sich ihm Jahre 1904 ein Raubmord auf der Zeil aus, als der Klavierhändler Lichtenstein am helllichten Tage in seinem Geschäft an der Hauptwache von zwei Tätern erschlagen und beraubt wurde.
Auch Scherenberg klagte ständig über Personalsorgen und fand ebenso wie sein Vorgänger im preußischen Innenministerium nur wenig Gehör, obwohl sich zu dieser Zeit die Stadt zum größten Bezirk in Preußen entwickelte. In seiner Funktion als Polizeipräsident konnte er in seiner Amtszeit, in der er angesichts der Bevölkerungs- und vor allem Kriminalitätsentwicklung auf verlorenem Posten stand, nicht viel bewirken. Im Mai 1911 folgte er einer Berufung zum Regierungspräsidenten in Koblenz.
