Besuch der Gesellschaft Bürger und Polizei
im Kriminalmuseum Frankfurt am 28.11.2006

 

Special Guest: Conny Hazel als Rosemarie Nitribitt

Irgendwie zieht es mich immer wieder hierher zurück. Vielleicht weil hier die Erinnerung an mich und meinen frühen gewaltsamen Tod aufrechterhalten wird. Doch lassen sie mich ihnen ein wenig aus meinem Leben erzählen.

Ich erblickte am 1. Februar 1933 als uneheliches Kind in Düsseldorf das Licht der Welt.  Getauft auf den Namen Maria Rosalie Auguste Nitribitt, wurde ich zeitlebens nur Rosemarie genannt.

Im Alter von 3 Jahren begann meine Irrfahrt durch die Heime. Man hatte meine Mutter als schwachsinnig eingestuft und meine Halbschwester Irmgard und ich kamen nach Eschweiler ins St. Josefs Kinderheim, später nach Düsseldorf-Heerdt. Im Jahr 39 kamen wir beide zu unterschiedlichen Pflegeeltern nach Niedermendig/Eifel.  Der Pater dort meinte, dass ich im Firmunterricht  lebhaft mitwirkte, aber wenig wusste und mich nicht durch Intelligenz hervortat. Ich duckte mich nie vor Autoritäten, aber die, die es gut mit mir meinten, vor denen hatte ich Achtung.

Dann geschah etwas, was vielleicht der Grund für meine weitere Entwicklung war. Als 11-jährige wurde ich im Tannenwäldchen am alten Friedhof von einem 18-jährigen aus unserem Ort vergewaltigt. Der Täter blieb unbestraft und die Tat ungesühnt. So war das damals.

Bewundernde Blicke der Zuschauer f�r die Schauspielerin

Zum Schulunterricht erschien ich nur unregelmäßig, pflegte lieber Umgang mit 2 einheimischen Prostituierten, wurde schwanger und ließ abtreiben. Pfarrer Kiefer war schuld, dass ich wieder ins Heim kam. Er schrieb dem Kreisjugendamt, dass ich wegen meiner sittlichen Fehltritte die anderen Schulkinder gefährden würde. Ich sei weitgehend verdorben und von meiner Mutter erblich vorbelastet. Des Weiteren sei ich frühreif, frech und herausfordernd gegenüber meinen Pflegeeltern.

Ab 1947 war ich in den unterschiedlichsten Heimen untergebracht, immer unterbrochen durch illegale Ausflüge nach Frankfurt, Köln oder  Süddeutschland. Leider wurde ich immer wieder von der Polizei geschnappt. Die strenge Erziehung in den Heimen und was man mir dort beibringen wollte, war mir anfangs zuwider und ich verweigerte die Arbeit.

Gebannt folgen die Zuschauer den Ausf�hrungen

Letztendlich fügte ich mich und lernte alles, was eine Hausfrau wissen sollte. Schon damals genoss ich es, mich zu pflegen und besser gekleidet zu sein als die anderen. Ich nahm 1950 eine erste Stelle als Haus-mädchen an,  wurde aber schnell wieder rausgeschmissen. Danach versuchte ich mich als Zimmermädchen und dann erneut als Hausmädchen. Dieses trostlose Dasein konnte ich nicht mehr ertragen und machte mich nach Köln. Hier wurde ich am Hauptbahnhof aufgegriffen und dem Kreisjugendamt Mayen übergeben und wieder als Haushaltshilfe vermittelt, diesmal auf eine Hühnerfarm. Zwischenzeitlich hatte ich bereits drei gutsituierte Freier, die mir auch in meiner Frankfurter Zeit die Treue hielten.

Dankbarer Applaus f�r Conny Hazel

In Mayen lernte ich einen Jungen kennen. In der Hoffnung er würde mich heiraten, erzählte ich ihm ich sei schwanger. Dieser Schuss ging nach hinten los. Er bekam es mit der Angst zu tun und setzte sich ab in die Fremdenlegion. Von nun an beschloss ich, mein Leben selber in die Hände zu nehmen. Immer wieder wurde ich aufgegriffen,  saß sogar 3 Wochen in Haft wegen Landstreicherei in Preungesheim.  Im April 1952 hatte ich bereits 1.000,-- DM Erspartes und den gleichen Betrag auf meinem Postsparbuch. Ich landete schließlich für ein Jahr in der Arbeitsanstalt Brauweiler, wo ich in einer Einzelzelle untergebracht war. Man behauptete ich sei gerissen, haltlos aber jedoch ohne sittliche Einsicht. In Brauweiler durchlief ich die Schule des Lebens, dort wurde ich hart und abgebrüht. Am 14. August 1953 wurde meine Fürsorgeerziehung vorzeitig aber endgültig aufgehoben. Ich zog nach Frankfurt. Erst ins Nordend, später ins Westend.

Neben meiner Tätigkeit als Prostituierte war ich auch noch als Tisch- und Bardame tätig. Ich nannte mich Rebecca, war auch als Becky und Gräfin Maritza bekannt. Mein Geld bewahrte ich in meiner Handtasche oder in einer Geldkassette im Wohnzimmerschrank auf. Hatte ich 1.000,00 DM zusammen, zahlte ich sie auf mein Konto ein oder brachte sie in meinen Bank-Safe unter. 1954 lernte ich zufällig Heinz Christian Pohlmann in einer Bar kennen. Unser Verhältnis war rein freundschaftlich, denn er stand nicht so auf Frauen, wenn sie wissen was ich meine. Wir gingen zusammen ins Kino oder in sein Stammlokal, die Barbarina Bar.  Pohlmann erledigte Botengänge für mich, führte meinen Pudel Joey aus, ging einkaufen oder brachte mein Auto weg.

Der Gesch�ftsf�hrer der Gesellschaft, J�rgen Kapp bedankt sich bei der Schauspielerin Conny Hazel

Zu dieser Zeit wohnte ich noch in der Pension Noell in der Feuerbachstr. Dort wohnte auch ein gewisser Bill Ramsey, dem ich schon mal das Essen aus dem Kühlschrank stibitzte. Ebenso ärgerte ihn, wenn ich das Bad manchmal über eine Stunde blockierte. Im Herbst 1955 ließ ich mir von einer Frankfurter Firma in der Stiftstrasse 36 ein Appartement vermitteln, in welches ich Anfang 1956 bezog. Die Kaution von 4.960 DM zahlte ich natürlich in bar, wie alle meine Verpflichtungen. Ich hatte ein Wohn- und ein Schlafzimmer, Flur, Küche, Bad/WC alles in allem rund 70 qm. Die monatliche Kalt-Miete von 160 DM konnte ich mir bei einem Verdienst von 70 bis 120 DM locker bezahlen. Ich hing überall Spiegel auf, in denen ich mich oft und lange betrachtete. Ich war stolz auf das Erreichte und den Luxus, den ich mir leisten konnte. Nicht schlecht für jemanden, der sich nicht durch Intelligenz hervortat, oder?

Im Juni 1956 tauschte ich meinen Opel-Kapitän gegen ein schwarzes Mercedes 190 SL Cabrio mit roten Ledersitzen ein. Den Kaufpreis von 18.000 DM zahlte ich ebenfalls wie üblich in bar. Dieses Auto war die Eintrittskarte in die High Society des Frankfurts der 50er Jahre. Vor allen vor dem Frankfurter Hof begab ich mich mit meinem Luxusschlitten auf Kundenfang und war eine große Konkurrentin der Straßenmädchen aus dem Rotlichtmilieu. Allein 1956 verdiente ich über 80.000 DM. Viel Geld gab ich für Make-Up, Kleidung und Schmuck aus. Meine Kunden sollten ja schließlich etwas Anständiges für ihr Geld bekommen. In anderen Dingen, wie Essen und Trinken, war ich eher bescheiden, was Trinkgelder betraf, sogar geizig. Prominente Vertreter aus den höchsten Etagen aus Politik und Wirtschaft gaben sich bei mir die Klinke in die Hand.  Darunter auch Harald von Bohlen und Halbach, der Bruder von Alfred Krupp, dem Konzernchef. Er nannte mich liebevoll Rehchen oder Fohlen und sein Bild stand in meinem Wohnzimmer auf dem Schrank. Ich träumte von einem Mann aus der besseren Gesellschaft, der mich heiraten würde, mit dem ich ein normales Leben führen könnte, mit Kindern und so.

Tja, und dann kam der 29. Oktober 1957.....

Dieter Wachsmundt berichtet über die Mordermittlungen zur damaligen Zeit
Dieter Wachsmundt berichtet über die Mordermittlungen zur damaligen Zeit.

....im Anschluß daran gab es noch eine Führung durch das Kriminalmuseum
....im Anschluß daran gab es noch eine Führung durch das Kriminalmuseum.

 

Weitere Informationen und Links über den Mordfall Nitribitt

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www.wikipedia.de

Spiegel Online

Spiegel online - Das Buch "Rosemarie Nitribitt" von Christian Steiger

3SAT - Das Buch "Rosemarie Nitribitt" von Christian Steiger

Süddeutsche Zeitung Shop - Das Buch zu Rosemarie Nitribitt

Deutschlandfunk - Durch den Tod berühmt geworden

sueddeutsche.de – Die Schande der Ära Adenauer

Wer tötete Deutschlands berühmteste Hure

Berliner Morgenpost – Das Rätsel Rosemarie

Allgemeine Zeitung Mainz – Ein „verlorenes Kind ohne Halt“

DasErste.de - Das schwere Schicksal eines leichten Mädchens

hr online.de - Rosemarie Nitribitt

hr online.de - Das "Mädchen Rosemarie"

hr online - Kriminalmuseum Frankfurt

FAZ - Berühmter hätte sie nicht werden können

Frankfurt.de - Der Fall klebt an Frankfurt wie Nachkriegskaugummi

n-tv - Tod einer Edelhure: Der Mord an Rosemarie Nitribitt

Kölner Stadtanzeiger - Das kurze Leben eines "Mannequins"

Westdeutsche Zeitung - Legende: Der Schädel der Nitribitt wird beerdigt

Bild - Boxkönig zahlt Beerdigung

Süddeutsche Zeitung - Schädel der Nitribitt beigesetzt

Kölner Zeitung - Schädel der Nitribitt beigesetzt

ntv - Schädel beigesetzt

 

KMF