"Das Mädchen Rosemarie" wurde 50

Vor genau 50 Jahren sorgte der Kinostart von „Das Mädchen Rosemarie“ für großes Aufsehen. In dem Film wurde der Frankfurter Mordfall Rosemarie Nitribitt vom 29. Oktober 1957, bereits wenige Monate nach der Entdeckung der toten Prostituierten, in Szene gesetzt. Im Nachkriegsdeutschland stellte dieser Film, der erstmalige einen solchen ernsthaften Stoff mit einem starken satirischen Akzent belegte, einen fast größeren Skandal dar, als das eigentliche Auftreten der Edelhure in Frankfurt am Main.
Am 27. Juli 2008, fast genau 50 Jahre nach dem Kinostart, würdigte das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main dieses Kunstwerk. Stargast des Abends war die Darstellerin der Rosemarie, die damals 28jährige Nadja Tiller.
Die Galerieausstellung zeigt eine Chronik der Entstehung des Films und zeichnet seine spannungsreiche Rezeptionsgeschichte nach. Grundlage für die Präsentation bildet der Nachlass des Produzenten Luggi Waldleitner (1913 – 1998), dessen Firmenarchiv der Roxy Film sich seit 1991 im Deutschen Filmmuseum befindet.
Das Kriminalmuseum im PP Frankfurt am Main ist ebenfalls für diese Ausstellung Leihgeber. Da der Mordfall Nitribitt in Frankfurt bearbeitet worden ist, sind hier auch alle Originalexponate vorhanden. Ein Teil der Ausstellungsstücke der „Nitribitt-Vitrine“ ist derzeit bereits im Haus der Deutschen Geschichte in Bonn in der Ausstellung „Skandale der jungen Republik“ zu sehen. Nun können andere Dokumente, Fotografien und Aktenbestandteile in den wundervoll gestalteten Räumen des Filmmuseums besichtigt werden.
Die Ausstellung lief vom 29. Juli bis zum 2. November 2008.

Fotos: POK Hartmut Preßler, PÖ Frankfurt
